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Von der Utopie zur Realität

Mit Unterstützung von Heike Fliess, Landesbeauftragte für regionale Landesentwicklung Leine-Weser, konnte Ingo Espenschied, Politologe und Moderator politischer Bildungsinhalte für einen Vortag an den Berufsbildenden Schulen Stadthagen gewonnen werden. Organisiert wurde dieser Besuch durch Philipp Winter und Anja Rohde, Lehrer an den BBS Stadthagen.

Ingo Espenschied begann seinen Vortrag mit einer sehr persönlichen Erzählung, deren Inhalt das Verhältnis von Deutschen und Franzosen über Generationen hin bestimmte. Als er nämlich seinem Großvater erzählte, dass er demnächst in Paris studieren wolle war dieser entsetzt: Besteht doch zwischen diesen beiden Ländern eine Erbfeindschaft. Dies war der Beginn für Ingo Espenschied, sich für Europa professionell mit politischer Bildung zu beschäftigen. Der Fund eines Dokuments, eingerollt in einem Schnapsfläschchen auf einem Dachboden in der Nähe von Verdun, während des I. Weltkrieges, bildete die Grundlage der Multimediaschau.

Der rote Faden dieses bildungspolitischen Vortrages bildete die geheimnisvolle Botschaft, gefunden im Jahr 1981, hinterlassen von sechs deutschen Soldaten des 2. Husarenregiments. Hautnah haben die deutschen Husaren Nationalismus, Militarismus und das Gemetzel auf den Schlachtfeldern miterlebt. Ohnmächtig wurden sie Zeugen, wie der gesamte europäische Kontinent aus eigenem Verschulden in den Abgrund stürzte. In einem dramatischen Appell riefen diese Soldaten mit Ihrer Flaschenpost kommenden Generationen zum Frieden auf und skizzierten die Utopie eines geeinten Europas.

Die etwa 300 Schülerinnen und Schüler lauschten konzentriert dem Vortag, der mittels professioneller Projektions- und Tontechnik und einem innovativen Medienmix aus Erzählung, Fotos, Videos, Grafiken und Animation die Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts thematisierte.

Der Vortag machte auf sehr eindrucksvolle Weise deutlich, wie auf dem Nährboden von Revanchismus und Nationalismus, Deutschland und Europa in den II. Weltkrieg hinabglitten. Erst mit der Gründung Europas Anfang der 1950er Jahre sollte die Vision der sechs deutschen Husaren Gestalt annehmen.

Am Ende der Veranstaltung hatten die Schülerinnen und Schüler Gelegenheit, mit dem Moderator in einem Gespräch, ihre Fragen und Anmerkungen zu dem Vortrag zu erörtern. So ging eine Doppelstunde sehr kurzweilig zu Ende.

Thomas Klein, Presse u. Öffentlichkeitsarbeit